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Hass und Gewalt im Fußball

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PostPosted: 9 Dec 2009 01:46   Post subject: Hass und Gewalt im Fußball Reply with quote

Viele haben sicherlich mitbekommen, wie letzte Woche der Stuttgarter Mannschaft von den eigenen Fans blanker Hass und zum Teil sogar Morddrohungen entgegen gebracht wurden.
Besonders nach den negativen Schlagzeilen, die der Fußball in den letzten Wochen aufgrund von Enkes Selbstmord und dem Wettskandal geschrieben hat, sollte auch die immer mehr zunehmende Gewaltbereitschaft unter Fans berücksichtigt werden.

In Berlin skandierten die Fans: "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot!" und in Stuttgart wurden der Mannschaft ebenfalls Morddrohungen entgegengebracht.

Gegnerische Spieler werden im Stadion heute ganz selbstverständlich als Wi......., Ar......, Hu...... bezeichnet und auch Schiedsrichter können das Stadion oft nur unter Polizeischutz verlassen.

Bei der WM 2006 gab es in Stuttgart am helligten Tage schlimmste Ausschreitugen direkt vor den Augen von kleinsten Kindern, die zum Teil traumatisiert sein müssen von solchen Ereignissen.

Zwischen verschiedenen Vereinen bestehen oft "Fan-Feindschaften", die zum Teil mit einem leidenschaftlichen Hass geprägt sind, den man wahrscheinlich nicht einmal in Afghanisthan in dieser Form vorfinden würde. Da muss man schon 70 Jahre zurückgehen in der Geschichte.

2007 wurde dem krebskranken Eishockey-Goalie Müller von gegnerischen Fans entgegengeschrien: "Wärst du doch nur an deinem Tumor verr....."
Zwei Jahre später wurde ihr Wunsch dann leider erfüllt.

Auch im Fußball mussten wir miterleben, wie zum Beispiel ein Dietmar Hopp, der sich nun wirklich wie kaum ein zweiter sozial engagiert von tausenden von Fans verschiedener Vereinen ein Hass entgegengebracht, der seinesgleichen sucht.

In Italien ist der Fußball teilweise nur noch eine Plattform radikaler Gruppierungen und auch in Deutschland rekrutieren radikale politische Gruppen ihre gewaltbereiten Anhänger längst hauptsächlich am Rande des Fußballs und anderer Sportarten.

Das sind hier nur ein paar Beispiele, wer seine Augen aufmacht, wird kaum übersehen, dass sich die Fanszene gewandelt hat. Und nicht zum Positiven.



Nun stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen und vor allem aber auch nach den Lösungen dieses Problems.
Die Medien haben sich intensiv damit beschäftigt, wie das harte Geschäft verantwortlich für den Selbstmord von Robert Enke war, dabei treten viel mehr Suizidfälle in fast allen anderen Umfelden auf als im Profifußball.

Die Gewaltbereitschaft und der Hass, der sich unter vielen Fans immer weiter ausbreitet, stellt allerdings eine viel realere Gefahr dar und ich habe bisher noch keine große Diskussion in den Medien mitbekommen, was hier getan werden kann.
Vielleicht kann eine Solche Diskussion aber wenigstens hier im Forum entstehen, denn manche Probleme sollten einfach nicht ignoriert werden.

Freue mich auf eure Gedanken und Beiträge zum Thema.
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brilloo
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Joined: 06 Nov 2007
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PostPosted: 9 Dec 2009 02:03   Post subject: Reply with quote

Aaaach das sind doch nur ein paar einzelne Menschen die sowas machen. Ist zwar nicht so schön, aber wen es stört kann ja Hallenhalma schauen/spielen, zum Fußball gehört das einfach dazu. Und dann noch diese doofen Polizisten die einem immer die Bengalos wegnehmen und überhaupt so viel kontrollieren. FUßBALLFANS SIND KEINE VERBRECHER!
Und dass jetzt wieder Enke's Tod in Zusammenhang mit dem Umgang miteinander gebracht wird ist zum Kotzen und absolut an den Haaren herbeigezogen.


Natürlich sind diese Beispiele die du anführst unter aller Sau und schlicht und ergreifend dumm.
Man kann dem aber nur sehr schwer entgegenwirken. Stadionverbote sind zwar ein richtiger Schritt, aber auf Dauer wird das mMn nichts bringen. Bei Gesängen usw. sind es ja nicht nur die richtigen Hools die mitmachen, sondern auch der Ottonormalfan, der das als normal ansieht. Gruppendynamik. Einer fängt an, alle machen mit.

Eine zweite Möglichkeit: Alkoholverbot. Das würde zwar auch nicht das Grundproblem lösen, aber bei einigen das Übertreten der Hemmschwelle verhindern.
Entweder ein Umdenken setzt ein oder man muss darüber nachdenken diese und andere Möglichkeiten umzusetzen. Bitter für alle die gerne ein Bier zum Spiel trinken, aber naja.

Der Grund für derartige Probleme ist einfach die extrem hohe Beliebtheit des Fußballs, auch bei "Asozialen" und der Glaube, im Stadion könne man tun und lassen was man will.

Erstere sind durch Stadionverbote zu verbannen, letzterem ist nur mit Umdenken zu begegnen.
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PostPosted: 9 Dec 2009 03:11   Post subject: Reply with quote

Leider gibt es in unserer Gesellschaft zu viele Leute mit der Einstellung: "Gewalt ist eine Lösung!" Für Einige ist es sogar die einzige Lösung, die sie kennen!

Wie man Jahr für Jahr am 1. Mai sehen kann sind diese Kleingeister viel zu weit verbreitet in Deutschland und da der 1. Mai nur einmal im Jahr ist, nimmt man eben noch 34 Bundesliga Spieltage mit!

In ganz Deutschland nur noch seine Sitzplatz-Stadien und ein Alkohol-Verbot in den Stadien (+ Ausschank-Verbot in einem gewissen Radius um ein Stadion, sowie eine Promille-Obergrenze beim Einlass in diese Zone) wären ein erster Schritt in die richtige Richtung!

Wem was am Fußball liegt (also echte Fans), der wird trotzdem noch kommen - auf den Rest kann man eh verzichten! Alle Streßmacher wird man so nicht fernhalten können, aber zumindest eine Selektion erzielen - und das Potential von (besoffenen) Mitläufern wird radikal reduziert!
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PostPosted: 9 Dec 2009 10:51   Post subject: Reply with quote


brilloo wrote:
Aaaach das sind doch nur ein paar einzelne Menschen die sowas machen. Ist zwar nicht so schön, aber wen es stört kann ja Hallenhalma schauen/spielen, zum Fußball gehört das einfach dazu. Und dann noch diese doofen Polizisten die einem immer die Bengalos wegnehmen und überhaupt so viel kontrollieren. FUßBALLFANS SIND KEINE VERBRECHER!

"Das gehört zum Fußball dazu" ist ein Totschlagargument. Wenn sich regelmäßig Hools kloppen, geht das auch klar, weil das dazugehört? Und jeder weiß, dass Bengalos in Stadien verboten sind. Dass dann die "doofen Polizisten" die einkassieren ist jawohl logisch
Und zwar zurecht. Wenn ich nur daran denke, wie die Bochumer in Dortmund ein Transparent ausgerollt haben und dann darunter ihre Bengalos gezündet haben...


brilloo wrote:

Und dass jetzt wieder Enke's Tod in Zusammenhang mit dem Umgang miteinander gebracht wird ist zum Kotzen und absolut an den Haaren herbeigezogen.

Vollste Zustimmung. Das finde ich auch hochgradig albern. Und repsektlos Enke gegenüber, der jetzt für alles Mögliche herhalten muss. Hätte Enke sich nicht umgebracht wenn sich weniger Menschen gegenseitig was auf die Rübe hauen?


brilloo wrote:

Natürlich sind diese Beispiele die du anführst unter aller Sau und schlicht und ergreifend dumm.
Man kann dem aber nur sehr schwer entgegenwirken. Stadionverbote sind zwar ein richtiger Schritt, aber auf Dauer wird das mMn nichts bringen. Bei Gesängen usw. sind es ja nicht nur die richtigen Hools die mitmachen, sondern auch der Ottonormalfan, der das als normal ansieht. Gruppendynamik. Einer fängt an, alle machen mit.

Da hast du leider Recht. Für dieses Phänomen der Gruppendynamik gibt es ja auch viele Beispiele außerhalb des Fußballs und nachher fragen sich die Leute, wieso sie das überhaupt mitgemacht haben. Aber wenn es schonmal "nur noch" Gesänge gibt und weiniger körperliche Gewalt, ist das nicht verkehrt.


brilloo wrote:

Eine zweite Möglichkeit: Alkoholverbot. Das würde zwar auch nicht das Grundproblem lösen, aber bei einigen das Übertreten der Hemmschwelle verhindern.
Entweder ein Umdenken setzt ein oder man muss darüber nachdenken diese und andere Möglichkeiten umzusetzen. Bitter für alle die gerne ein Bier zum Spiel trinken, aber naja.

Ich glaube nur leider, dass sich die meisten "gewaltbereiten Fans" schon vor dem Spiel ordentlich einen brennen. Vor allem die die weniger Geld zur Verfügung haben werden sich lieber draußen ein Oettinger gönnen als sich im Stadion volllaufen zu lassen. Alkoholkontrollen am Stadioneingang für schon schwer angeschlagen Wirkende wären hier vllt. ein Ansatz. Da das Bier im Stadion eh zu teuer ist, könnte ich mit einem Alkoholverbot gut leben - zumal ich eh ständig pinkeln muss wenn ich Bier trinke und dann das halbe Spiel verpasse


brilloo wrote:

Der Grund für derartige Probleme ist einfach die extrem hohe Beliebtheit des Fußballs, auch bei "Asozialen" und der Glaube, im Stadion könne man tun und lassen was man will.

Erstere sind durch Stadionverbote zu verbannen, letzterem ist nur mit Umdenken zu begegnen.

Hier bin ich wieder voll deiner Meinung.


apumkh wrote:

In ganz Deutschland nur noch seine Sitzplatz-Stadien und ein Alkohol-Verbot in den Stadien (+ Ausschank-Verbot in einem gewissen Radius um ein Stadion, sowie eine Promille-Obergrenze beim Einlass in diese Zone) wären ein erster Schritt in die richtige Richtung!

Bei deinen Gedanken zum Alkoholausschank bin ich auf deiner Seite, aber reine Sitzplatzstadien? Die Südtribüne als reine Sitzplatztribüne? Unvorstellbar. Zumal Deutschland immer mit den tollen Stadien, bzw. der tollen Stimmung in den Stadien wirbt - das darf einfach nicht wegfallen.
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PostPosted: 9 Dec 2009 10:59   Post subject: Reply with quote

Wenn Stehplätze wegfallen wäre das sehr schade, nichts geht über die Stimmung auf dem Betze, der Südkurve in Köln oder in Dortmund.

Aber diese Tribünen sind (auch auf Grund der Preisklasse) nunmal die Magneten für die Problemfans. Hier können sie in der Masse untertauchen. England hat es vor 15 Jahren vorgemacht. Durch seine Sitzplatzstadien und Alkoholverbot ist Mann Herr über die Lage in den Stadien geworden!
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campino89
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:20   Post subject: Reply with quote

Wenn ich das hier lese wird mir schlecht.
Fußball ist leider viel zu salonfähig geworden, dass hier solche beschwerden aufkommen.

Das ganze mit Enkes Tod in Verbindung zu bringen ist, nur so nebenbei, wirklich das schäbigste was ich in letzter Zeit gehört habe, damit hat Babbel für mich jeglichen Kredit verspielt.
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:25   Post subject: Reply with quote

Ich denke nicht, dass das der Stimmung wirklich so sehr schaden würde, wie alle hier immer argumentieren.

Ich war dieses Jahr bei der Leichtathletik-WM in Berlin im Stadion. Dort gab es keine Stehplätze und auch keine Leichtathletik-Ultras, die irgendwelche Aktionen ins Leben gerufen haben, aber ich habe trotzdem noch bei keinem Fußballspiel (und war unter anderem schon in Stuttgart, München in beiden Stadien, Freiburg, Frankfurt (zur WM), Santander, Bilbao, Karlsruhe und Dortmund, bei einem WM-Spiel, einem CL-Halbfinale und zahlreichen Bundeligaspielen im Stadion).
Und trotzdem war die Stimmung bei der Leichtathletik-WM mit nur Event-Fans besser.
Auch in Stuttgart beim Masters, als Haas gegen Hewitt im Halbfinale gewonnen hat (waren damals Nr. 1 und 2 der Welt) war die Stimmung deutlich besser, obwohl nur "Event-fans" da waren. Wobei es in ner Halle vielleicht auch leichter ist, eine bessere Stimmung zu erzeugen, das muss ich zugeben.

Wer einmal sehen will, dass Event-fans bessere Stimmung als Ultras machen, sollte mal ein NBA-Spiel anschauen, oder die Australian Open besuchen.
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:29   Post subject: Reply with quote

Das ist für mich auch ein schönes Paradoxon. Die Ultras wollen sich immer von den Event-Fans abgrenzen - allerdings sind die meisten Ultras genau das, nur das ihr Event nicht der Fußball ist, sondern das drumherum im Fanblock!

Deren Choreos sind zwar oft schön, aber ich brauch sie nicht. Und noch weniger die Hampelmänner mit ihren Megaphonen, die einem Vorschreiben wollen, wann man was, wann und wie zu machen hat! In Frankfurt hört sich das immer an wie auf einem großen Basar, aber nicht wie in einem Stadion...

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c0MMi_
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:29   Post subject: Reply with quote

Also ich finde das Wort "Hass" ist in dem Zusammenhang doch ein wenig übertrieben!

Ich finde auch nicht, dass Babbel's (in meinen Augen) dumme Aussage irgendeinen Zusammenhang zu Enke's Tod darstellt. Enke hat Suizid begangen, und der wurde nun mit Sicherheit von niemandem gehasst. Der war riesig beliebt in Hannover, und nicht nur dort, sondern bundesweit. Das hat gar nichts mit "die Menschen haben nichts aus Enke's Tod gelernt" zu tun. Das ist meiner Meinung nach nur eine Aussage, um dem ganzen eine dramatische Note zu geben.

Zu dem "Ar..,Wi..,Hu,.." kann ich nur soviel sagen, dass das wohl eher eine Bekundung der Nicht-Wertschätzung ist - weniger Hass. Das ist eine Beleidigung, die ja keinen Spieler direkt betrifft (außer wenn der Keeper Abstoß macht, aber selbst dann eher teilweise). Das sind Unmutsbekundungen, wenn sie rufen würden: "WIR MÖGEN DICH NICHT!" würde jeder lachen. Das kann man doch nicht so überbewerten!

Zu der Sache mit der Hertha, "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch Tod" muss man auch immer die momentane Lage des Vereins und die damit verbundene Frustration der Fans sehen. Ich wäre, wenn ich es mit Hertha halten würde, sicherlich ebenso aggro und würde sowas, auch wenn es nur einer in der Kurve sagt, sofort mitschreien. Im Endeffekt find ich das dennoch weniger schlimm, dass ist vergleichbar mit dem Streit mit einem sehr guten Freund oder der Freundin: Wenn es richtig heiß hergeht, sagt man "Ich hasse dich" oder sowas... wieviel Ernst steckt in der Aussage nach einer Stunde noch? Gar nichts!

Bei solchen Sachen mit Hopp - naja! Ich finde, dass das schon etwas schlimmer ist, da es gegen eine einzelne Person geht. Aber die "dummen" Fans, meinen nunmal, dass Hopp ein Investor ist und sind "gegen den modernen Fußball". Ein Gequatsche, was ich nicht mehr hören kann.
Hopp hat die von der Kreisklasse hochgeführt, mit Spielern, die sich hätte fast jeder Verein leisten können, sehen wir mal Salihovic oder auch Ibisevic, die waren so gut wie kostenlos. Zudem ist Hopp's Soziales Engagement ja wohl mehr als lobenswert, das will ich mal von einem Beckenbauer oder Zorc sehen! Desweiteren muss man auch sehen, wie er die Gegend vorwärts bringt, mit Infrasturkturen, die es so nie gab, Arbeitsplätze werden geschaffen und, und, und....!
Wenn man mal die Summen vergleicht, die Hopp für Spieler etc. ausgibt, mit denen, die Abramovic oder der Typ von ManCity raushauen, dann muss man doch merken, dass das kein sinnloser Größenwahn ist.

Ich für meinen Teil bin froh, dass es Hopp und Hoffenheim gibt, denn die Spielen herausragenden Fußball und in absehbarer Zeit werden sie sich international etablieren. Und ich bin da auch glücklich, denn die haben mehr Aussicht auf Erfolg, als wenn es eine Mannschaft wie Hertha, Hannover oder Köln schafft - sorry, aber es ist nunmal so!
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campino89
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:40   Post subject: Reply with quote

@Elhover, vergleichst du grad Tennis und Leichtathletik mit Fußball?

@apumkh, Fußball ohne Ultras? Na dann Gute Nacht

Habe echt das Gefühl,dass es in Deutschland keine Fußballkultur mehr gibt, Alkoholverbot, keine Ultras, Sitzkurven... Nur noch Schlippsträger und Mimis
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rauuul
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:41   Post subject: Reply with quote

Vorneweg ist mir eins wichtig.
Enkes Selbstmord war eine große Tragödie.
Die momentane Mode, dass im Fußball sofort der Fall Enke angeführt wird, sobald einem das Verhalten der eigenen oder gegnerischen Fans nicht passt, siehe Babbel und Schindelmeister, finde ich aber einfach zum Brechen. Enke war krank, was hat da das Verhalten irgendwelcher Fans mit zu tun? Wenn man überhaupt was aus Enkes Tod lernen sollte, dann ist es, dass mehr Bewußtsein für die Volkskrankheit Depression in der Bevölkerung geschaffen werden sollte.
Meiner Meinung nach disqualifiziert man sich sofort für jede Diskussion über Fanverhalten, sobald man dieses vermeintliche Moralkeule aus der Tasche zieht.
Weiterhin sehe ich eigentlich nicht, dass Deutschland ein Gewaltproblem hat, zumindest nicht in den ersten zwei Ligen. Wenn es eins gibt, dann in den unteren Ligen und da vornehmlich im Osten.

Edit: Zu den Ultras möchte ich dann doch noch was sagen. Ultras gehörten in Deutschland nie zur Fußballkultur und sind eine Modeerscheinung. Auch in meiner Wahrnehmung sind Ultras Event-Fans, die sich selbst feiern, genau wie die Popcornfans auf der Haupttribüne, die sie kritisieren.
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campino89
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:46   Post subject: Reply with quote

Jetzt kommt wieder die Ostkeule....
Im Westen ist es doch nicht anders, oder was war mit dem A-Jugend Derby Schalke-Dortmund?
Es gibt im Westen halt mehr höherklassige Clubs, da interessiert sich keiner für die unteren Ligen.
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rauuul
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:49   Post subject: Reply with quote

Was denn für ne Keule?
Ich halte es schlicht für eine Tatsache, dass es im Osten viel größere Probleme mit Gewalt beim Fußball gibt. Diese Aussage an sich ist ja völlig wertfrei. Was das für Gründe hat kann ich nicht sagen, ist mir aber auch egal. Mir ging es in dem Satz in erster Linie darum, dass es in den ersten beiden deutschen Ligen kein Gewaltproblem gibt.
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:50   Post subject: Reply with quote


campino89 wrote:
@Elhover, vergleichst du grad Tennis und Leichtathletik mit Fußball?

@apumkh, Fußball ohne Ultras? Na dann Gute Nacht

Habe echt das Gefühl,dass es in Deutschland keine Fußballkultur mehr gibt, Alkoholverbot, keine Ultras, Sitzkurven... Nur noch Schlippsträger und Mimis


Vor 15-20 Jahren war es cool ein Hool zu sein. Heute gibt es sie nur noch als Randgruppe!
Dann kamen die Ultras und auch sie werden wieder verschwinden, so ist halt der Lauf der Dinge...

Und weder Hools, noch Ultras haben etwas mit DEUTSCHER Fußballkultur zu tun - es sind Kopien von anderen Kulturen, die einige Fans nutzen und denen dann alle Event-Fans nachlaufen!
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rauuul
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:52   Post subject: Reply with quote

Wobei die Frage schon echt interessant ist, wieso hat Deutschland eigentlich keine ureigene Fußballkultur?
Wie du richtig sagst, Hools, Ultras und auch Kutten sind importiert.
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campino89
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PostPosted: 9 Dec 2009 12:54   Post subject: Reply with quote

@apumkh, wie alt bist du?


@rauuul, ist mir schon klar, aber es läuft immer darauf hinaus, dass es heißt "naja is eh nur nen Problem im Osten". Ich mag nicht bestreiten, dass es da, vor allem wegen Untermischung von politischen Motiven, oft ganz schön abgeht. Aber man darf es auch nicht wieder so hervortun und den Westen untern Tisch fallen lassen (abgesehen davon, dass ich die Ost-West Unterscheidung eh blödsinnig finde).
Zur Kultur, naja Deutschland hatte viel weniger Zeit eine eigene richtige Kultur zu entwickeln, wärend England schon voll drinsteckte, hats doch in Deutschland erst nach 54 angefangen interessant zu werden.
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:02   Post subject: Reply with quote


campino89 wrote:
@apumkh, wie alt bist du?


@rauuul, ist mir schon klar, aber es läuft immer darauf hinaus, dass es heißt "naja is eh nur nen Problem im Osten". Ich mag nicht bestreiten, dass es da, vor allem wegen Untermischung von politischen Motiven, oft ganz schön abgeht. Aber man darf es auch nicht wieder so hervortun und den Westen untern Tisch fallen lassen (abgesehen davon, dass ich die Ost-West Unterscheidung eh blödsinnig finde).
Zur Kultur, naja Deutschland hatte viel weniger Zeit eine eigene richtige Kultur zu entwickeln, wärend England schon voll drinsteckte, hats doch in Deutschland erst nach 54 angefangen interessant zu werden.


Mein Alter tut hier nichts zur Sache, aber (ich geh auf Grund deines Nicks mal davon aus) bevor du geboren wurdest habe ich mit Bayer schon den UEFA-Cup Sieg im Stadion feiern können


Und mit Fußball ging es in Deutschland nicht erst 54 los, sondern schon über 50 Jahre vorher - und selbst wenn es erst dann begonnen hätte, hätte man noch genug Zeit gehabt was eigenes zu entwickeln. Und die Hools gab es da auch noch nicht, ebenso wenig wie die Ultras... Aber wir schweifen ab.
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:03   Post subject: Reply with quote


apumkh wrote:
Das ist für mich auch ein schönes Paradoxon. Die Ultras wollen sich immer von den Event-Fans abgrenzen - allerdings sind die meisten Ultras genau das, nur das ihr Event nicht der Fußball ist, sondern das drumherum im Fanblock!

Deren Choreos sind zwar oft schön, aber ich brauch sie nicht. Und noch weniger die Hampelmänner mit ihren Megaphonen, die einem Vorschreiben wollen, wann man was, wann und wie zu machen hat! In Frankfurt hört sich das immer an wie auf einem großen Basar, aber nicht wie in einem Stadion...


Was hat das mit dem eigentlichen Thema zu tun?
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campino89
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:12   Post subject: Reply with quote

Klar gab es vorher auch Fußball, das ist aber durch das was in der Zeit in Deutschland passiert ist, reichlich in der Hintergrund geraten. Wirklich interessant für den Deutschen an sich, wurde Fußball erst mit der WM 54 und darauf folgend dann mit der Bundesliga Gründung.

Wenn du damals schon (in Leverkusen) dabei warst, solltest du erst recht wissen, dass Ultras nicht nur eine kurzlebige Modeerscheinung sind.

Genauso wenig wie es vor 10-15 Jahren cool war Hool (das bitte auch nicht mit den Ultras durcheinander schmeißen) zu sein.

Hools, Ultras, Kutten, Familien, Event-Fans, Otto-Normal-Fans gehören alle seit 20 (teilweise mehr) Jahren zum Fußball dazu. Und ich möchte behaupten, dass es immer funktioniert hat. Aber ich denke auch, dass das Gleichgewicht da eine große Rolle spielt und leider geht es in letzter Zeit, und da tragen die meisten Vereine mit Schuld dran, immer mehr Richtung Event-Fans. Und für den sauberen Event-Fan sind die lauten Ultras natürlich nichts, oder die bösen Hools die sich ständig kloppen, die müssen weg vom Stadion, alles ne ganz schlimme Sache, jaja blabla.... Es ist wie immer, wenn sich weniger Leute um Sachen kümmern würden, von dem sie nur im entferntesten Ahnung haben, würde einiges besser funktionieren.
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:17   Post subject: Reply with quote


campino89 wrote:
Klar gab es vorher auch Fußball, das ist aber durch das was in der Zeit in Deutschland passiert ist, reichlich in der Hintergrund geraten. Wirklich interessant für den Deutschen an sich, wurde Fußball erst mit der WM 54 und darauf folgend dann mit der Bundesliga Gründung.

Wenn du damals schon (in Leverkusen) dabei warst, solltest du erst recht wissen, dass Ultras nicht nur eine kurzlebige Modeerscheinung sind.

Genauso wenig wie es vor 10-15 Jahren cool war Hool (das bitte auch nicht mit den Ultras durcheinander schmeißen) zu sein.

Hools, Ultras, Kutten, Familien, Event-Fans, Otto-Normal-Fans gehören alle seit 20 (teilweise mehr) Jahren zum Fußball dazu. Und ich möchte behaupten, dass es immer funktioniert hat. Aber ich denke auch, dass das Gleichgewicht da eine große Rolle spielt und leider geht es in letzter Zeit, und da tragen die meisten Vereine mit Schuld dran, immer mehr Richtung Event-Fans. Und für den sauberen Event-Fan sind die lauten Ultras natürlich nichts, oder die bösen Hools die sich ständig kloppen, die müssen weg vom Stadion, alles ne ganz schlimme Sache, jaja blabla.... Es ist wie immer, wenn sich weniger Leute um Sachen kümmern würden, von dem sie nur im entferntesten Ahnung haben, würde einiges besser funktionieren.


Das ist eine Sache der Wahrnehmung. Wenn es um Rufe und Anfeuerung im Stadion geht, dann habe ich da kein Verständnis für, wenn man nicht mitmacht, das gehört für mich dazu.

Wenn man allerdings als Otto normal Fan sich einen Schal, Trikot etc. kauft und auf dem Weg zum Stadion abgezogen wird, dann halte ich das auch für ein Problem. Was unter gewissen Gruppen ja vielleicht üblich sein mag und als schmach gilt, wenn man dann die Utensillien im jeweiligen anderen Fanblock zeigt, darf nicht dazu führen die normalen Zuschauer zu attakieren.

Wenn ich dann noch Aussagen wie, bloß nicht die Polizei einschalten von einigen höre, schwillt mir der Kamm an. Das ist ein Diebstahl, sollte ein Waffe am Mann sein, kann man sogar über Raub nachdenken.

Aber natürlich macht es die Mischung. Die neuen Stadien sind ohne die VIP Ränge nicht zu bezahlen und nicht zu unterhalten.
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:18   Post subject: Reply with quote

Ich kenn die Geschichte der Ultras sehr gut, immerhin war Bayer einer der Vorreiter . Und es ist ja auch nicht alles falsch, was sie machen (was ich auch geschrieben habe), aber in den letzten Jahren entwickeln sich die Ultras in eine völlig falsche Richtung bzw. die Ideale aus der frühen Zeit treten immer mehr in den Hintergrund! Und unter dem Deckmantel der friedlichen Ultras breitet sich der Hass und die Feindseeligkeit der Hools immer weiter aus!

Ultras haben in vielen Kurven das sagen, aber statt in bestimmten Situation zu deeskalieren stacheln sie lieber weiter an!
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rauuul
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:23   Post subject: Reply with quote


campino89 wrote:
Hools, Ultras, Kutten, Familien, Event-Fans, Otto-Normal-Fans gehören alle seit 20 (teilweise mehr) Jahren zum Fußball dazu.


Das stimmt so nicht.
Vor 20 Jahren gab es in Deutschland so etwas wie Ultras nicht. Auch wenn es vielleicht schon einige Gruppen früher gab, bemerkbar wurden sie erst Mitte/Ende der 90er, eine flächendeckende Ultrakultur gibt es vielleicht seit grad mal 10 Jahren. Ultras sind eine Modeerscheinung.
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:43   Post subject: Reply with quote

Du wiederholst dich.
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rauuul
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:44   Post subject: Reply with quote

Bitte was willst du mir mitteilen?
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PostPosted: 9 Dec 2009 13:45   Post subject: Reply with quote

Lediglich, dass du dich wiederholst.
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